Bekanntes und Neues - oder Gewohnheit und Veränderung sind wie zwei Seiten einer Medaille.
„Bestand und Wandel müssen zusammen, als eine Gestalt, gesehen werden. Die meisten Theorien handeln von dem einen oder dem anderen Begriff, kaum je aber von ihrer gegenseitigen Abhängigkeit. Oder anders ausgedrückt neigen diese Theorien dazu, entweder Bestand oder Invarianz als einen naturgegebenen Zustand zu betrachten, der keiner näheren Erklärung bedarf, und den Wandel daher als das zu erforschende Problem; oder aber umgekehrt, dass Wandel der natürliche Lauf aller Dinge ist und daher Invarianz und Beharren der Erklärung bedürfen.“
(Watzlawick im Vorwort zu seinem Buch Lösungen)
Unser TUN hängt wesentlich von diesen zwei Faktoren ab:
- von Gewohnheit, die wir aus der Vergangenheit übernehmen
- von der Wahrnehmung der Gegenwart und bewußten oder unbewußten Entscheidungen, die wir danach treffen
Gewohnheiten sind grundsätzlich weder schlecht noch gut. Unser tägliches Handeln wird überwiegend durch Gewohnheiten bestimmt. Wir erliegen gern der Illusion, dass wir unser Handeln in der Regel bewußt (vernunftsgeformt) gestalten. Wir vergessen gerne dabei, dass erst die Gewohnheit uns befähigt, unseren Tag zu gestalten und herausragende Leistungen zu erbringen. Wären wir ständig damit beschäftigt, bewußt zu handeln, würden wir nicht einmal die einfachsten Dinge ausführen können, da unser Gehirn dem Anspruch, der daraus entsteht, nicht gewachsen wäre. Wir können davon ausgehen, dass Gewohnheiten zur Zeit der Entstehung immer einen positiven Nutzen für uns beinhaltet haben, da sie sich sonst nicht etabliert hätten. Wir sprechen von guten Gewohnheiten, wenn sie uns heute noch nützlich sind und auch langfristig keine wesentliche Nachteile (z.B. Folgen des Alkoholkonsums, Rauchens) zeigen. Wir sprechen von schlechten Gewohnheiten (Eigenschaften), wenn sie kurz oder langfristig negative Auswirkungen haben oder wenn sie gegen die bestehende Moral laufen.
Veränderung
Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird. Wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden.“
(Georg Christoph Lichtenfels)
In jedem Anliegen, das einem Coach vorgetragen wird, geht es um Veränderung. „Ich möchte wieder Erfolg in meinem Beruf haben...“; „Für diese Situation muss ich mein Handlungsrepertoire erweitern, ich weiß nicht, wie ich hier reagieren soll...“; „Ich möchte meine berufliche Ausrichtung und meine Hauptinteressen finden...“ ; „Wie soll ich mich bei der neuen Firma präsentieren...“ etc.
Veränderung ist ein Geschehen, auf welches wir in der Regel nach einem bestimmten, wahrgenommenen Ergebnis rückschließen. Sie ist ein Prozess, den wir durch Verhaltensweisen oder Maßnahmen in Gang zu setzen versuchen. Beschreiben werden wir Veränderung dann durch den Vergleich von Anfangs- und Endzustand. Im Coaching gilt also die Aufmerksamkeit der Zeitspanne zwischen Anfangs- und Endzustand.
Wichtig beim Coaching ist:
- Der Klient ist Experte für den Inhalt und das Ziel.
- Der Coach ist Experte für den Prozess.
Coaching beinhaltet für alle Beteiligten Risiko und Wagnis. Es gilt, alte Muster zu verabschieden und Zeiten des Noch-Nicht-Wissens und –Könnens zu überstehen.
Die Arbeit beginnt, indem der Klient seine Beteiligung sowohl am Zustandekommen der Ausgangssituation (Ist-Zustand) als auch sein Handlungspotential im Hinblick auf sein Ziel (Soll-Zustand) erkennt und akzeptiert. Bitte setzen Sie Beteiligung und Verantwortlichkeit nicht mit schuldhaftem Verursachen gleich. An dieser Stelle können Missverständnisse entstehen. Verantwortlichkeit ist ein sensibles Thema. Es verlangt, dass Sie selbst Ihre Standpunkte kennen bzw. bilden. Stimmen Sie mir zu, wenn ich Sie als verantwortlichen Gestalter Ihres Lebens anspreche?
Quelle: (Auszug aus dem Begleitbuch zur Ausbildung der Coaching Pool GmbH, Text Petra Dietrich)
Entwicklung
Entwicklung meint wertfrei gesehen nichts anderes als Veränderung. Bei Entwicklung meinen wir aber häufig nur die Veränderung, die positiv von uns interpretiert wird. z.B. „Jemand hat sich ganz schön entwickelt“. Entwicklung wird daher oft nur gesehen, wenn sich die Veränderung in eine Richtung bewegt, nämlich positiv oder steigend.
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